Im Herbst ist zu hohe Geschwindigkeit Unfallursache Nummer 1

Dunkelheit, Nebel, Rutschgefahr – junge Lenker sind besonders gefährdet.

Regen, rutschige Blätter, Nebel, erster Frost, tiefstehende Sonne und Wildwechsel – der Herbst stellt das Können von Fahrzeuglenkern auf die Probe. Wer wenig Übung hat, ist besonders gefährdet. Überdies: Wer die Fahrbahnsituation falsch einschätzt, ist oft zu schnell unterwegs.

„Kommt man ins Rutschen, ist die Hauptursache fast immer zu hohe Geschwindigkeit“, appelliert Roland Frisch, Pkw-Chefinstruktor der ÖAMTC Fahrtechnik, die Fahrweise anzupassen.

Der Fahrtechnik-Profi weiß, wie man Gefahren vermeidet und wie man sich verhält, wenn’s kritisch wird.

Laub, Nässe & Frost

Laub und andere Verschmutzungen in Verbindung mit Nässe oder Frost machen die Fahrbahn rutschig wie eine Eisbahn. Wenn die Reifen keinen Kontakt mit dem Asphalt haben, ist der für den Reifen so wichtige „Verzahneffekt“ kaum vorhanden. Assistenzsysteme wie ABS oder ESP sind nur bedingt wirksam.

Wichtig ist daher vorrausschauendes Fahren, geringeres Tempo und mehr Abstand. Wichtig zudem: weiches und sanftes Lenken sowie ein gefühlvoller Umgang mit Bremse und Gas.

Aquaplaning

Wenn es so stark regnet, dass das Wasser vom Asphalt nicht rasch genug abfließen kann, werden weder Antriebs- noch Brems- oder Lenkkräfte auf die Fahrbahn übertragen. Das Auto wird dann so gut wie manövrierunfähig, weil es zu einem Kontaktverlust zwischen Reifen und Straße kommt.

Daher sollte man bei starkem Regen prinzipiell die Geschwindigkeit reduzieren, besonders vorausschauend fahren und abrupte Brems- oder Lenkmanöver vermeiden.

Nebel

Besonders in der Früh und am Abend sollten Autofahrer mit Nebel rechnen und entsprechend vorsichtig fahren.

Bei Nebel heißt es Geschwindigkeit reduzieren und der Sichtweite anpassen. Schlussleuchten und Nebelscheinwerfer einschalten.

Weitere Tipps: Rechts fahren und auf keinen Fall überholen. Besondere Vorsicht beim Links-Abbiegen und im Baustellenbereich. Durch den Nebel sind Markierungen und Verkehrsführungen schwer erkennbar.

Tiefstehende Sonne

Wer bei Tempo 100 nur für eine Sekunde geblendet wird, ist für 30 Meter im Blindflug unterwegs.

Ganz wichtig bei tiefstehender Sonne im Herbst sind neben der Sonnenbrille eine saubere Scheibe, um Spiegelungen und Reflexionen zu vermeiden, sowie die Sonnenblende.

Wildwechsel

Die Gefahr von Wildunfällen steigt mit den kürzer werdenden Tagen an.

Im Bereich von Wildwechsel-Warntafeln sollte man stets bremsbereit fahren – vor allem während der Dämmerung. Springt ein Tier auf die Straße, heißt es: bremsen, sofort abblenden und wiederholt hupen. Ganz wichtig ist, das Fahrzeug nicht zu verreißen.

Zusammenfassen lässt sich sagen: Notsituationen bedeuten Stress. Und unter Stress reagieren viele Menschen zu langsam, lenken hektisch oder bremsen falsch. Kommen Sie gut und sicher durch den Herbst!